Archiv für die Kategorie: ‘Buchrezensionen’



» Sarah Pekkanen – Frauen sind so  

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 2 September, 2010 | 31 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: The Opposite Of Me
Genre: Frauenroman
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. März 2010
Seiten: 464
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453407459
Preis: 8,95€
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Inhalt: Ungleicher können Zwillinge nicht sein. Lindsey war immer das Mauerblümchen und die Fleißige. Alex hingegen die viel Schönere und Strahlendere. Sie sind, wie Frauen sind: wie Gucci und Gummistiefel, wie Feuer und Wasser. Nun will Lindsey es allen zeigen, indem sie es an die Spitze einer New Yorker Werbeagentur schafft. Als ihr Traum durch eine Intrige scheitert und sie nach Hause zurückgehen muss, fürchtet sie, wieder im Schatten der beliebten Schwester zu stehen. Da bekommt Alex eine erschütternde Diagnose.

Rezension: Frauen sind so ist Sarah Pekkanens Debütroman über eine erfolgreiche Karrierefrau namens Lindsey, die immer im Schatten ihrer wunderhübschen, berühmten Schwester Alex stand und sich deswegen in einer Werbeagentur totarbeitet um wenigstens dort Anerkennung zu bekommen. Als sie ihren Job aber durch eine gemeine Intrige verliert kehrt Lindsey wiederwillig nach Hause zurück und befindet sich wieder in ihrer alten Position als unbegehrte und unbeachtete Schwester, aber dann nimmt ihr Leben und das ihrer Schwester eine unerwartete Wendung…

Hinter dem Titel Frauen sind so vermutet man einen eher zu seichten Frauenroman, mit der Thematik Schuhe, MakeUp, Geld und Männer. Eben das typische ChickLit Bild. Aber in Frauen sind so geht es um ganz andere Dinge. Man begleitet Lindsey Rose durch ihr geregeltes und bis auf die Sekunde geplantes Leben, bis diese Intrige sie aus der Bahn wirft und sie sich bei ihren Eltern ganz neu erfindet. Sie setzt sich mit ihrem früheren und ihrem neuen Leben auseinander, mit ihrer Jugendliebe Bradley und ihrer Schwester Alex. Rundherum passiert eigentlich nicht viel, aber durch die lockere Art wie Sarah Pekkanen ihr Buch schreibt findet man Lindsey, ihre Umgebung und auch Alex sofort extrem sympathisch und begleitet sie einfach gerne durch ihre Geschichte, obwohl man nichts welt- dafür aber herzbewegendes erfährt.

Natürlich geht es, wie in wirklich jedem Roman für Frauen auch um Männer, aber hier hält es sich in Grenzen. Da gibt es zwar Bradley, Lindseys bester Freund in den sie sich verliebt hat, der aber offenbar ihre wundervolle Schwester bevorzugt und Lindsey somit traurig, wütend und eifersüchtig macht und dann gibt es noch Matt, Lindseys Arbeitskollege aus New York, dem sie ihr Herz ausschütten kann, aber das Männer- und Liebesthema ist nicht der Kern des Buches. Es geht um das Leben, um die Prioritäten die Lindsey sich setzt und ihr Verhältnis zu ihrer Schwester. Frauen sind so ist also ein extrem schlecht gewählter Titel. Der englische Originaltitel The Opposite Of Me passt hingegen perfekt.

Sarah Pekkanen und die Übersetzerin haben, was den Schreibstil und die Umsetztung angeht, gute Arbeit geleistet. Das Buch liest sich einfach wunderbar flüssig und farbenfroh. Pekkanen hält sich nicht lange mit ausführlichen Beschreibungen der Umgebung oder der Charaktere (ausser möglicherweise Alex) auf, aber das braucht sie nicht. Man wird einfach in das Buch gesogen und man sieht alles klar und deutlich, ohne eine Beschreibung.

Es hat wirklich großen Spaß gemacht Frauen sind so zu lesen. Ein absolut tiefgründiges Buch sollte man hier natürlich nicht erwarten, aber es unterhält wirklich gut und für schöne Stunden ist dieser Wohlfühlroman mehr als geeignet. Rundum super.

von Sally am Donnerstag, 2 September, 2010 um 23:10 Uhr

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» Diane Setterfield – Die dreizehnte Geschichte  

Geschrieben von Sally am Sonntag, 22 August, 2010 | 62 views. | 2 Kommentare


Originaltitel: The Thirteenth Tale
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2008
Seiten: 528
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453405493
Preis: 9,99€
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Inhalt: Sie gilt als Englands beliebteste Schriftstellerin, und doch weiß keiner, wer Vida Winter wirklich ist. Ihr ganzes Leben lang hat sie Stillschweigen darüber bewahrt, was damals, in jener Nacht vor rund sechzig Jahren, wirklich geschah, als der Familiensitz der Angelfields bis auf die Grundmauern niederbrannte. Nun, dem Tode nah, erleichtert Vida Winter erstmals ihr Gewissen und gesteht die schockierende Wahrheit über sich und ihre Zwillingsschwester.

Rezension: Die dreizehnte Geschichte ist der erste Roman von Diane Setterfield. Ein Buch über Bücher. In vielen Erstlingswerken geht es um Bücher und ich mag sowas sehr gerne. Ich mag von anderen Menschen und deren Umgang und Begegnungen mit Büchern und den Geschichten darin lesen und davon gibt es reichlich in diesem Roman.

Margaret Lea arbeitet im antiquarischen Buchladen ihres Vaters. Sie liebt es Biographien und Geschichten über und von Menschen zu lesen, die bereits tot sind und ihr Hobby ist das Schreiben von solchen Biographien. Sie führt ein bescheidenes Leben, arbeitet tagsüber mit ihrem Vater zusammen und geht um punkt 20 Uhr Abends ins Bett um bis in die Nacht zu lesen. Eines Abends aber bekommt sie einen Brief von der bekanntesten Autorin Englands. Vida Winter. Diese bittet Margaret ihr Leben zu Papier zu bringen, denn Vida Winter liegt im Sterben und niemand kennt ihre Geschichte. Margaret kommt ihrem Angebot nach, obwohl sie noch nie ein Buch von Vida Winter gelesen hat, aber diese mysteriöse Frau und ihre noch mysteriösere Geschichte zieht Margaret sofort in den Bann.

Die dreizehnte Geschichte vereint geschickt mehrere Gernes: Zum Einen wird die Geschichte von Margaret Lea erzählt, die eigentlich ein ruhiges Leben führt, aber früh in ihrer Kindheit ein Geheimnis in ihrer Familie aufgedeckt hat, dass nun sie und ihre Familie belastet. Zum Anderen gibt es hin und wieder ein paar geisterlastige Stellen in der Geschichte von Vida Winter und viele spannende Wendungen, sowohl in Vida Winters, als auch in Margarets Leben, die mich fest an das Buch gebunden haben. Da die dreizehnte Geschichte ein Buch über Bücher ist, ist es auch soetwas wie eine Hommage an die englischen Klassiker, wie Jane Eyre, Sturmhöhe, Sherlock Holmes und viele Andere, die in diesem Buch häufiger erwähnt und teilweise auch zitiert werden. Das ist natürlich besonders schön, für Menschen, die diese Bücher auch gelesen haben, denn dann wird man einfach an das Buch gebunden und fühlt sich ein kleines Stück mit einbezogen.

Diane Setterfield hat ihr Buch wunderbar ausgeschmückt und es detailreich beschrieben mit einer einzigartigen Atmosphäre. Es nicht allzu sehr in die Länge gezogen und es vorallem nicht in der Handlung verrennen lassen. Der Leser durchlebt viele interessante, unerwartete Wendungen, die das Buch wirklich extrem spannend machen. Dennoch, irgendwann hat man Vida Winters verworrene Geschichte aufgedröselt und ist “dem Ende nahe” und dann möchte man eigentlich nur, dass das Buch zuende geht. Obgleich ein gelungener Schluss ist das Ende  einfach ein bisschen zu viel.

Letztendlich kann man mit Die dreizehnte Geschichte gar nichts falsch machen. Es ist ein spannender Roman, lesenswert und sehr schön geschrieben. Mein einziger Kritikpunkt ist einfach das Ende. Das zieht sich einfach in die Länge und wird etwas zu viel Input für ein Ende. Für einen regnerischen, kalten Tag im Herbst oder Winter ist das Buch einfach perfekt gemütlich.

von Sally am Sonntag, 22 August, 2010 um 22:52 Uhr

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» Hauke Brost – 111 Gründe Katzen zu lieben  

Geschrieben von Sally am Sonntag, 15 August, 2010 | 73 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: 111 Gründe Katzen zu lieben
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. März 2010
Seiten: 250
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 978-3896029140
Preis: 9,90€
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Inhalt: Dies Buch ist eine total subjektive Liebeserklärung an alles, was vier Beine hat und miaut. 111 Gründe, nie wieder ohne Katze zu leben – obwohl der Autor bisweilen den Tag verwünscht, an dem er auf die Katze kam. Ein Buch für alle, die manchmal schon ganz gerne eine Katze hätten – und natürlich für alle, die bereits die Ehre haben. Was hier steht, wollten sie nämlich immer schon mal lesen: ob 111 Gründe, sich eine Katze ins Haus zu holen, oder 111 Gründe, warum sie die eigenen vier Wände längst in Besitz genommen hat. Ob Mäusekiller, Stubentiger, Kratzbürste oder Schmusekatze: In diesem Buch findet jeder seine Katze wieder.Ob er sie nun liebt, weil sie so rotzfrech und bauernschlau ist, weil sie so unglaublich elegant jagen geht, weil sie so niedlich die Sonne anbetet, weil sie eigentlich der Chef in der Wohnung ist, weil sie ihr Zuhause so gründlich sauber hält, weil sie ihren eigenen Lebensplan so konsequent umsetzt, weil sie auslebt, was wir nicht einmal zu fühlen wagen, oder weil sie so geheimnisvoll ist…

Rezension: Hauke Brosts 111 Gründe Katzen zu lieben ist kein Ratgeber, oder Fachbuch, es ist hauptsächlich nur eine Aufzählung von Gründen, warum man Katzen unbedingt lieben muss, oder sie zumindest mögen sollte. Hinzu kommen einige kleine Geschichten von Rumpel, der Katze des Autoren, die meist in diese Gründe eingebaut sind und so ist 111 Gründe Katzen zu lieben auch irgendwie ein kleiner Roman über ein erfülltes Katzenleben und das Leben des Katzenherrchens, das manchmal offenbar extrem aufregend und auch anstrengend ist.

111 Gründe hören sich viel an. Wem würden auf Anhieb 111 Gründe einfallen Katzen zu lieben? Aber wenn man das Buch aufschlägt und ein wenig durch die Kapitel, bzw. Gründe blättert, dann wird einem schnell auffallen, dass das eigentlich wirklich keine originellen Gründe sind und irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich so manches auch doppelt gelesen habe. Manche Gründe waren in meinen Augen auch irgendwie keine expliziten Gründe. Manche Kapitel habe ich deswegen auch nur “überflogen”.

Aber denoch habe ich das Buch gerne gelesen. Es ist berührend, es ist lustig und es ist teilweise auch ein wenig herzerwärmend. Man möchte nach diesem Buch auf die Straße gehen und jeden Kater und jede Katze einmal feste drücken (Wohlwissend, dass die höchstwahrscheinlich nicht allzu große Lust darauf hätten). Nur einen kleinen Nachteil habe ich doch gefunden: Ständig wird die Katze als extrem arrogantes, egoistisches, abweisendes, menschen’verachtendes’ Wesen dargestellt. Anfangs war das ja teilweise noch lustig und nachvollziehbar. Katzen sind nunmal ihre eigenen Herren, aber ich kann und will mir nicht vorstellen, dass sie ihre Menschen manchmal so herablassend beurteilen. Das hat mir das Buch ein wenig zerstört.

Im Großen und Ganzen ist 111 Gründe für Katzen zu lieben für Katzenliebhaber und -besitzer auf jeden Fall empfehlenswert.

von Sally am Sonntag, 15 August, 2010 um 17:48 Uhr

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» Dan Simmons – Terror  

Geschrieben von Sally am Montag, 9 August, 2010 | 91 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: The Terror
Genre: History, Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2007
Seiten: 992
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453406131
Preis: 10,95€
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Inhalt: England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die »Terror« und die »Erebus« – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

Rezension: Selten hat mich ein Buch so dermaßen in seinen Bann gezogen. Terror stellt an Spannung und Nervenkitzel alles in den Schatten, was ich jemals gelesen habe. Ich bin absolut beeindruckt…

1845 brechen zwei Schiffe, die HMS Erebus und die HMS Terror unter dem Kommando von Sir John Franklin auf, um die legendäre Nordwestpassage zu finden, die Europa mit Asien verbindet. 129 Männer begleiten die Expedition. Aber bald stecken die Schiffe an der Nordspitze der King-William-Island im Packeis fest, unfähig sich auch nur einen Meter zu bewegen und für die Männer beginnt eine eiskalte, ungewisse Zeit im Eis, meilenweit von Zivilisation und Rettung entfernt. Die Vorräte werden knapper, die Männer leiden an Skorbut und Erfrierungen. Fast 3 Jahre stecken sie fest, das Eis will und will sie nicht freigeben und die Offiziere müssen eine Entscheidung treffen: Das Schiff verlassen, sich durch Schnee, Eis und unbarmherzige Kälte schlagen, Tage, Wochen und Monate lang nur um auf eine minimale Chance zu hoffen gerettet zu werden, oder auf den Schiffen den sicheren Hungertod zu sterben? Aber sie sind nicht alleine auf dem Eis. Ein monströses Wesen, dem nichts anhaben kann ist immer in ihrer Nähe und dezimiert die Besatzung. Auf dem Eis sind die Männer ihr schutzlos ausgeliefert…

1845 brachen in der Tat zwei Schiffe auf um die Nordwestpassage zu finden und auch waren das die HMS Terror und die HMS Erebus unter dem Kommando von Sir John Franklin. Die beiden Schiffe wurden zuletzt in der Baffin Bay von zwei Walfängern gesehen, dann verschwanden sie. Jahre später fand man nur einige verstreute Leichen und kleinere Gegenstände der Expedition. Sowohl die Erebus, als auch die Terror sind verschollen, von der restlichen Mannschaft, Sir John Franklin und Kapitän Crozier hörte man nie wieder etwas. Dan Simmons beschreibt in Terror, was der Mannschaft möglicherweise passiert sein kann, wie sie über ihren Verbleib entschieden und wie sie letztendlich im Eis starben. Zu dieser soliden historisch belegten Geschichte kommt eine Portion Horror in Form eines monströsen Wesens hinzu, das um die beiden Schiffe herumschleicht und aus dem Nichts die Mannschaften angreift und sie so dezimiert. Dieser Mix aus History und Horror passt ausgesprochen gut zusammen. Das Buch hätte zwar auch ohne das Wesen und diese Art von Horror perfekt funktioniert, aber es setzt dem Buch und der Spannung noch eine kleine, glänzende Krone auf.

Terror ist aus unterschiedlichen Sichten geschrieben. Hauptsächlich begleitet man den Kapitän der HMS Terror, Kapitän Francis Crozier und den Wundarzt der HMS Erebus, Dr. Harry Goodsir, der die Ereignisse in sein Tagebuch einträgt. Aber auch andere Crewmitglieder kommen zu Wort. Durch diese Aufteilung ist der Leser immer mitten im Geschehen und lernt die unterschiedlichen Schichten der Crew und deren Ansichten kennen.

Dan Simmons hat ein Talent seine Bücher durchweg gut zu schreiben. Der Leser bekommt hautnah die unglaubliche Kälte an Deck und auf dem Eis mit, die Enge unter Deck, die Angst der Mannschaft vor dem Wesen und ihr Leid und Hilflosigkeit. Das Buch ist wirklich detailreich geschrieben, was manchen, vorallem an blutigen und ekeligen Stellen auf den Magen schlagen könnte, den Leser aber an gruseligen Stellen wirkliche Schauer über den Rücken jagen lässt.

Terror ist ein Buch für Leser, die gut recherchierte, gut geschriebene historische Bücher lieben und kein Problem mit marinehistorischen Fachbegriffen und Längenmaßen haben (Im hinteren Teil des Buches befindet sich ein kleines Lexikon). Auch mit dem Horrorteil des Buches sollten man sich arrangieren, wenngleich dieser Teil nicht unbedingt der Dominantere ist. Ein reines historisches Buch ist Terror nämlich nicht, aber dafür ist es von der ersten bis zur allerletzten Seite unglaublich spannend und lesenswert. Terror ist für mich dieses Jahr eine extrem wichtige Entdeckung und wird ganz sicher eine wichtige Rolle in meinen Jahresbüchern 2010 spielen.

von Sally am Montag, 9 August, 2010 um 14:03 Uhr

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» Christoph Neumann – Darum nerven Japaner  

Geschrieben von Sally am Sonntag, 8 August, 2010 | 100 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: Darum nerven Japaner
Genre: Bericht, Humor
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2006
Seiten: 169
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492245081
Preis: 7,00€
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Inhalt: Wußten Sie, daß ein japanischer Handelsvertreter an einem erfolgreichen Arbeitstag bis zu 50mal die Hausschuhe wechseln muß? Daß er mit diesen Hausschuhen aber nicht aufs Klo seiner Gastgeber darf? Und daß – sollte er in Strümpfen auf den Kacheln zu Schaden kommen – japanische Rettungssanitäter vor der Wohnnung erst die Schuhe ausziehen werden, bevor sie zur Wiederbelebung ansetzen?
Weitere witzige oder haarsträubende Sitten, Vorschriften, Verbote und Erscheinungen der japanischen Welt finden Sie in diesem Erlebnisbericht eines in Japan lebenden und leidenden Deutschen.

Rezension: Japan ist schon ein ganz interessantes Land. Das ist jedenfalls meine vorrangige Einstellung dazu. Großartig interessieren tue ich mich aber nicht dafür. Doch die ersten Seiten von Darum nerven Japaner, die ich in der Buchhandlung aus Jux gelesen habe haben mich doch angesprochen und mir Lust auf mehr gemacht.

Christoph Neumann beschreibt seine Erlebnisse im bunten und hecktischen Japan recht frei heraus, was er als Deutscher von den Regeln und den Umgangsformen hält und warum es für ihn manchmal wirklich schwer ist die Japaner ernst zu nehmen. Dabei bringt er den Leser an den japanischen Alltag heran und eröffnet ihm Sitten und Gebräuche, von denen man so möglicherweise noch nie, oder nur wenig gehört hat. Dicke, europäische “Lolitas”, die den ganzen Tag nur Mangas lesen und “japanisch lernen” können einem natürlich viel erzählen. Viel interessanter ist es aber schon so ein Buch, das in gewisserer Weise auch einen kleinen Vergleich in sich trägt von einem unparteiischen Auswanderer zu lesen.

Allerdings hat mir das Buch letztendlich nicht viel gebracht. Was am Anfang noch lustig ist und interessante Informationen mit sich bringt wandelt sich ab dem Mittelteil des Buches zu Erzählungen mit dem erhobenen Zeigefinger und manchmal kam es mir so vor als wollte der Autor sagen: “Um dies und jenes zu tun sind die Japaner leider zu introvertiert/höflich/engstirnig oder schlichtweg zu blöd”.

Ich hätte wirklich gerne mehr kurioses erfahren aus dem wirklichen japanischen Alltag, die es der Klappentext verspricht, aber Darum nerven Japaner fährt mit soetwas leider nur sperrlich und unsortiert auf. Und warum Japaner letztendlich nerven, das weiss ich immer noch nicht. Deswegen gibt es von mir nur zwei Sterne. Die Grundidee ist doch ganz gut, aber die Umsetzung hätte gelungener sein können.

von Sally am Sonntag, 8 August, 2010 um 22:55 Uhr

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» Anne C. Voorhoeve – Liverpool Street  

Geschrieben von Sally am Freitag, 30 Juli, 2010 | 171 views. | 4 Kommentare


Originaltitel: Liverpool Street
Genre: Jugendbuch
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2007
Seiten: 576
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3473582969
Preis: 8,95€
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Inhalt: Winter 1939. Ziska ist zehn Jahre alt, als sie mit dem Kindertransport ihre Heimatstadt Berlin verlässt. In London findet sie ein neues Zuhaue bei einer jüdisch-orthodoxen Familie. Auf Ziska warten eine fremde Familie, eine fremde Sprache, Heimweh, Ungewissheit und bald ein mörderischer Krieg – aber auch das Abenteuer ihres Lebens.

Rezension: Liverpool Street hat mich lange gefesselt. Dieses Buch musste ich einfach langsam lesen, in kleinen Happen, damit es mir nicht so schnell weggelesen wird, denn es ist einfach eine unglaublich überwältigende Geschichte. Fesselnd bis zur letzten Seite, emotional und vor Allem so gut geschrieben, dass man sich einfach irgendwie Zeit dafür nehmen muss, weil man sonst betrübt ist, dass es schon vorbei ist.

Franziska “Ziska” Mangold ist 10 Jahre alt, als ihre Mutter sie in den Kindertransport nach England schickt, damit wenigstens sie aus Deutschland heraus kommt, einem Land, in dem es den Juden 1939 langsam zu gefährlich wird. Das Ziska und ihre Familie schon seit Geneartionen evangelisch sind interessiert niemanden. Ihr Vater ist schon verschleppt worden, ihr Zuhause wurde ihnen genommen, nun soll wenigstens Ziska in Sicherheit gebracht werden. Gegen ihren Willen muss sich Ziska von ihrer Familie und ihren Freunden verabschiede, kommt Ziska in eine londoner Familie und erlebt dort die Kriegsjahre, lernt andere Menschen kennen, ein anderes Land und eine andere Sprache und muss mit der Unwissenheit leben, was ihrer Familie und ihren Freunden daheim in Deutschland wiederfährt.

Liverpool Street ist in erster Linie für ein Kinder- und Jugendbuch einfach extrem gut geschrieben und macht es einem eigentlich viel zu einfach es auf der Stelle in einem Rutsch durchzulesen. Hin und wieder habe ich mich gefühlt wie in einem Film. Ich habe das Buch nicht gelesen, ich habe es einfach irgendwie vor mir gesehen und das letztendlich nur, weil Anne Voorhoeve so verdammt gut schreiben kann. Die Geschichte hätte sterbenslangweilig sein können, mit diesem Erzählstil wäre auch eine langweilige Geschichte lesenswert gewesen.

Aber die Geschichte ist nunmal nicht langweilig. Zu keinster Zeit. Sie ist nicht mal auch nur ein kleines bisschen zu langatmig. Ich kann mich an keinen Absatz erinnern, in dem ich auch nur mal einen Satz ausgelassen habe. Liverpool Street kommt mit einer wunderbaren, authentischen Geschichte daher, die mich wirklich gefesselt hat. Neben den historischen Fakten, die größtenteils stimmen, und den Erzählungen über die Erlebnisse von Ziska bringt Voorhoeve den Lesern (Die in diesem Fall wohl am häufigsten Jugendliche sind) auch einiges aus der jüdischen Kultur und Religion nahe. Im Buch befindet sich im hinteren Teil sogar ein kleines Lexikon/Wörterbuch jüdischer Begriffe und Gebräuche. Das Buch ist also nicht nur besonders lesenswert, es bringt einem auch etwas bei *033*

In Liverpool Street bin ich wohl durch jede nur erdenkliche Emotion gegangen, von tief betrübt bis himmelhoch erfreut. Die sympathischen und gut ausgedachten Charaktere tun wohl ihren Teil dazu. Vorallem Ziska war mir sofort irgendwie ans Herz gewachsen und gerade bei einer solchen Schicksalserzählung ist das sehr wichtig.

Von mir gibt es 5 Sterne, die aber eigentlich auch schon wieder zu wenig sind um dieses Buch ausreichend zu bewerten. Liverpool Street ist einfach schlichtweg hervorragend und… ach, ich kann schreiben was ich will, aber niemals könnte ich irgendwie beschreiben wie gut dieses Buch letztendlich wirklich ist. Einfach lesen! Mir würde niemand einfallen, der das bereuen könnte.

von Sally am Freitag, 30 Juli, 2010 um 20:59 Uhr

In den Kategorien: Buchrezensionen

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