» David Benioff – Stadt der Diebe  

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 14 Januar, 2010 | 687 views. | 6 Kommentare


Originaltitel: City of Thieves
Genre: Drama, Krieg
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2. Januar 2009
Seiten: 284 Seiten
Verlag: Weltbild & Karl Blessing Verlag
ISBN: 978-3896673947
Preis:
11,95€ (Weltbild) / 19,95€ (reguläre Ausgabe)
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Inhalt: Leningrad im Januar 1942: Weil er während der nächtlichen Ausgangssperre die Leiche eines deutschen Soldaten nach Essbarem durchsucht hat, wird der 17-jährige Lew sofort verhaftet – auf Plündern steht die Todesstrafe. Nach endlosen Stunden in einer kargen Gefängniszelle wird er allerdings nicht aufs Schafott, sondern zusammen mit seinem Mithäftling Kolja vor den Geheimdienstchef der Stadt geführt. Der stellt die beiden vor eine schier unlösbare Aufgabe – im Tausch gegen ihr Leben sollen sie innerhalb von sechs Tagen im ausgehungerten Leningrad zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter auftreiben.Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der den schüchternen, introvertierten Lew schicksalhaft an Kolja schweißt – einen schlitzohrigen, charmanten Frauenhelden und notorischen Lügner, der ihm ständig schmerzhaft bewusst macht, dass er selbst so gar nicht zum Abenteurer taugt. Als die beiden die Hoffnung, in Leningrad Eier zu finden, aufgeben müssen, fasst Kolja einen aberwitzigen Plan: Er will sich mit Lew zu einer Geflügelfarm jenseits der feindlichen Linien durchschlagen, in ein Dorf südlich von Leningrad. Ein selbstmörderisches Unterfangen, wären da nicht Koljas Kaltschnäuzigkeit, eine unerschrockene Partisanin namens Vika und Lews Schachtalent

Rezension: Ich verstehe nicht, warum ich nicht über meinen Schatten gesprungen bin und mir das Buch für 19,95€ als Hardcover gegönnt habe, denn Stadt der Diebe ist von vorne bis hinten lesenswert und ist die 19,95€ mehr als wert. Gekauft habe ich es letztendlich bei Weltbild (Als günstigere Weltbildausgabe).

Stadt der Diebe ist die Geschichte von Lew, der beim Plündern erwischt wird und über Nacht im berüchtigten Kresty Gefängnis den draufgängerischen Kolja kennenlernt. Zusammen mit ihm muss er in sechs Tagen 12 Eier im vom Krieg hungernden Leningrad auftreiben, im Gegenzug darf er weiterleben. Die Beiden machen sich auf die Suche, aber Eier sind Mangelware. Auf ihrer Suche treffen sie auf alle Schrecken, die ein Krieg mit sich bringt und die ein Mensch tun muss um ihn zu überleben.

Am meisten beeindruckt hat mich an diesem Roman wohl die Art und Weise wie der Autor David Benioff sein Buch verfasst hat. Trotz des schweren Themas und der düsteren Kriegsatmosphäre schafft er es Schrecken und Komik geschickt miteinander zu verbinden und somit den Leser ausnahmslos an sein Buch zu fesseln. Ich war zutiefst beeindruckt, wie er es schafft ein Buch so lebendig erscheinen zu lassen. Es war wie ein Film im Kopf. Ich spürte den Hunger von Kolja und Lew, ihre Angst, wenn sie vor Nazis flüchteten und die Kälte, der sie ausgesetzt waren. Dieses Buch zu lesen war wirklich unglaublich. Hin und wieder kam mir das Buch gar nicht wie in Kriegszeiten gespielt vor, sondern eher Endzeitig.

David Benioff ist neben Autor auch Drehbuchautor und hat die Drehbücher für Filme wie Troja und X-Men Origins: Wolverine geschrieben. Er ist in gewissererweise auf Dialoge spezialisiert und das merkt man auch in seinem Buch. Die Dialoge zwischen Kolja und Lew sind sehr lesenswert. Witzig, poetisch und herzlich. Im Vergleich zu manch anderen Bücher sind die Dialoge wirklich sehr gelungen. In Folge dessen waren mir als Leser Lew und Kolja auf Anhieb sympathisch. Genaugenommen gab es in diesem Buch keine Figur, die ich nicht wenigstens ein bisschen mochte.

Es ist für mich keine große Schwierigkeit dem Buch 5 Sterne zu geben, weil mir auf Anhieb nichts negatives einfallen würde. Selbst, dass ich mir vorgenommen habe dieses Jahr mal kein Buch mit Nazis in den Rollen zu lesen lässt meine Begeisterung nicht geringer werden. Ich bin letztendlich sehr froh dieses Buch gelesen zu haben, denn es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Stadt der Diebe ist (auch für 19,95€) ein ziemlich lesenswertes und gutes Buch, das den Leser schnell in seinen kalten, grausamen Bann ziehen kann. Benioffs zweiten Roman 25 Stunden werde ich mit Sicherheit auch bei Zeiten lesen.

von Sally am Donnerstag, 14 Januar, 2010 um 10:26 Uhr

In den Kategorien: Buchrezensionen

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6 Kommentare zu 'David Benioff – Stadt der Diebe'

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  1. Nach deiner Rezi bereue ich es nicht, das Buch gekauft zu haben. Hoffentlich komme ich bald dazu. :)

    Stefanie Emmy

    Donnerstag, 14. Januar 2010 um 13:33

  2. Ja, ist wirklich ein gutes Buch. Lohnt sich *038*

    Sally

    Freitag, 15. Januar 2010 um 19:03

  3. Ich hatte mir fest vorgenommen nichts zu kaufen. Hier stehn total viele Bücher, auf die ich mich schon freue! Aber Stadt der Diebe ist so eines von meiner Wunschliste, um das ich schon wirklich lange herumschleiche. Bis jetzt bin ich jedesmal standhaft geblieben, deine Rezi lässt meine Stanhaftigkeit allerdings brökeln. *043*
    Bekräftigt mich nur in meiner Annahme, dass mir das Buch seeeeeehr gefallen wird.

    Menno. *044*

    Moudschegiebchn

    Samstag, 16. Januar 2010 um 01:17

  4. Tut mir leid, dass ich dich fast zum Kaufen verleite *032* Aber das Buch ist eben zieeemlich gut.

    Sally

    Samstag, 16. Januar 2010 um 22:11

  5. Fast trifft es nicht, bei nächst bester Gelegenheit werde ich es wohl an mich reißen… *052*

    Moudschegiebchn

    Sonntag, 17. Januar 2010 um 14:44

  6. Ich hab mir das Buch vor ein paar Monaten gekauft, auch als Weltbildausgabe ;)
    Und im Nachhinein ärgere ich mich das ich es nicht als Hardcover gekauft habe. Das Buch ist wirklich wahnsinnig toll :)

    Yvi

    Donnerstag, 3. Juni 2010 um 14:21

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