» Dan Simmons – Terror  

Geschrieben von Sally am Montag, 9 August, 2010 | 91 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: The Terror
Genre: History, Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2007
Seiten: 992
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453406131
Preis: 10,95€
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Inhalt: England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die »Terror« und die »Erebus« – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

Rezension: Selten hat mich ein Buch so dermaßen in seinen Bann gezogen. Terror stellt an Spannung und Nervenkitzel alles in den Schatten, was ich jemals gelesen habe. Ich bin absolut beeindruckt…

1845 brechen zwei Schiffe, die HMS Erebus und die HMS Terror unter dem Kommando von Sir John Franklin auf, um die legendäre Nordwestpassage zu finden, die Europa mit Asien verbindet. 129 Männer begleiten die Expedition. Aber bald stecken die Schiffe an der Nordspitze der King-William-Island im Packeis fest, unfähig sich auch nur einen Meter zu bewegen und für die Männer beginnt eine eiskalte, ungewisse Zeit im Eis, meilenweit von Zivilisation und Rettung entfernt. Die Vorräte werden knapper, die Männer leiden an Skorbut und Erfrierungen. Fast 3 Jahre stecken sie fest, das Eis will und will sie nicht freigeben und die Offiziere müssen eine Entscheidung treffen: Das Schiff verlassen, sich durch Schnee, Eis und unbarmherzige Kälte schlagen, Tage, Wochen und Monate lang nur um auf eine minimale Chance zu hoffen gerettet zu werden, oder auf den Schiffen den sicheren Hungertod zu sterben? Aber sie sind nicht alleine auf dem Eis. Ein monströses Wesen, dem nichts anhaben kann ist immer in ihrer Nähe und dezimiert die Besatzung. Auf dem Eis sind die Männer ihr schutzlos ausgeliefert…

1845 brachen in der Tat zwei Schiffe auf um die Nordwestpassage zu finden und auch waren das die HMS Terror und die HMS Erebus unter dem Kommando von Sir John Franklin. Die beiden Schiffe wurden zuletzt in der Baffin Bay von zwei Walfängern gesehen, dann verschwanden sie. Jahre später fand man nur einige verstreute Leichen und kleinere Gegenstände der Expedition. Sowohl die Erebus, als auch die Terror sind verschollen, von der restlichen Mannschaft, Sir John Franklin und Kapitän Crozier hörte man nie wieder etwas. Dan Simmons beschreibt in Terror, was der Mannschaft möglicherweise passiert sein kann, wie sie über ihren Verbleib entschieden und wie sie letztendlich im Eis starben. Zu dieser soliden historisch belegten Geschichte kommt eine Portion Horror in Form eines monströsen Wesens hinzu, das um die beiden Schiffe herumschleicht und aus dem Nichts die Mannschaften angreift und sie so dezimiert. Dieser Mix aus History und Horror passt ausgesprochen gut zusammen. Das Buch hätte zwar auch ohne das Wesen und diese Art von Horror perfekt funktioniert, aber es setzt dem Buch und der Spannung noch eine kleine, glänzende Krone auf.

Terror ist aus unterschiedlichen Sichten geschrieben. Hauptsächlich begleitet man den Kapitän der HMS Terror, Kapitän Francis Crozier und den Wundarzt der HMS Erebus, Dr. Harry Goodsir, der die Ereignisse in sein Tagebuch einträgt. Aber auch andere Crewmitglieder kommen zu Wort. Durch diese Aufteilung ist der Leser immer mitten im Geschehen und lernt die unterschiedlichen Schichten der Crew und deren Ansichten kennen.

Dan Simmons hat ein Talent seine Bücher durchweg gut zu schreiben. Der Leser bekommt hautnah die unglaubliche Kälte an Deck und auf dem Eis mit, die Enge unter Deck, die Angst der Mannschaft vor dem Wesen und ihr Leid und Hilflosigkeit. Das Buch ist wirklich detailreich geschrieben, was manchen, vorallem an blutigen und ekeligen Stellen auf den Magen schlagen könnte, den Leser aber an gruseligen Stellen wirkliche Schauer über den Rücken jagen lässt.

Terror ist ein Buch für Leser, die gut recherchierte, gut geschriebene historische Bücher lieben und kein Problem mit marinehistorischen Fachbegriffen und Längenmaßen haben (Im hinteren Teil des Buches befindet sich ein kleines Lexikon). Auch mit dem Horrorteil des Buches sollten man sich arrangieren, wenngleich dieser Teil nicht unbedingt der Dominantere ist. Ein reines historisches Buch ist Terror nämlich nicht, aber dafür ist es von der ersten bis zur allerletzten Seite unglaublich spannend und lesenswert. Terror ist für mich dieses Jahr eine extrem wichtige Entdeckung und wird ganz sicher eine wichtige Rolle in meinen Jahresbüchern 2010 spielen.

von Sally am Montag, 9 August, 2010 um 14:03 Uhr

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» Christoph Neumann – Darum nerven Japaner  

Geschrieben von Sally am Sonntag, 8 August, 2010 | 100 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: Darum nerven Japaner
Genre: Bericht, Humor
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2006
Seiten: 169
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492245081
Preis: 7,00€
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Inhalt: Wußten Sie, daß ein japanischer Handelsvertreter an einem erfolgreichen Arbeitstag bis zu 50mal die Hausschuhe wechseln muß? Daß er mit diesen Hausschuhen aber nicht aufs Klo seiner Gastgeber darf? Und daß – sollte er in Strümpfen auf den Kacheln zu Schaden kommen – japanische Rettungssanitäter vor der Wohnnung erst die Schuhe ausziehen werden, bevor sie zur Wiederbelebung ansetzen?
Weitere witzige oder haarsträubende Sitten, Vorschriften, Verbote und Erscheinungen der japanischen Welt finden Sie in diesem Erlebnisbericht eines in Japan lebenden und leidenden Deutschen.

Rezension: Japan ist schon ein ganz interessantes Land. Das ist jedenfalls meine vorrangige Einstellung dazu. Großartig interessieren tue ich mich aber nicht dafür. Doch die ersten Seiten von Darum nerven Japaner, die ich in der Buchhandlung aus Jux gelesen habe haben mich doch angesprochen und mir Lust auf mehr gemacht.

Christoph Neumann beschreibt seine Erlebnisse im bunten und hecktischen Japan recht frei heraus, was er als Deutscher von den Regeln und den Umgangsformen hält und warum es für ihn manchmal wirklich schwer ist die Japaner ernst zu nehmen. Dabei bringt er den Leser an den japanischen Alltag heran und eröffnet ihm Sitten und Gebräuche, von denen man so möglicherweise noch nie, oder nur wenig gehört hat. Dicke, europäische “Lolitas”, die den ganzen Tag nur Mangas lesen und “japanisch lernen” können einem natürlich viel erzählen. Viel interessanter ist es aber schon so ein Buch, das in gewisserer Weise auch einen kleinen Vergleich in sich trägt von einem unparteiischen Auswanderer zu lesen.

Allerdings hat mir das Buch letztendlich nicht viel gebracht. Was am Anfang noch lustig ist und interessante Informationen mit sich bringt wandelt sich ab dem Mittelteil des Buches zu Erzählungen mit dem erhobenen Zeigefinger und manchmal kam es mir so vor als wollte der Autor sagen: “Um dies und jenes zu tun sind die Japaner leider zu introvertiert/höflich/engstirnig oder schlichtweg zu blöd”.

Ich hätte wirklich gerne mehr kurioses erfahren aus dem wirklichen japanischen Alltag, die es der Klappentext verspricht, aber Darum nerven Japaner fährt mit soetwas leider nur sperrlich und unsortiert auf. Und warum Japaner letztendlich nerven, das weiss ich immer noch nicht. Deswegen gibt es von mir nur zwei Sterne. Die Grundidee ist doch ganz gut, aber die Umsetzung hätte gelungener sein können.

von Sally am Sonntag, 8 August, 2010 um 22:55 Uhr

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» [Ich lese] Terror  

Geschrieben von Sally am Mittwoch, 4 August, 2010 | 147 views. | 2 Kommentare

Terror von Dan Simmons
England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die »Terror« und die »Erebus« – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.
ISBN: 978-3453406131

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Bisher hat mich Terror ein bisschen abgeschreckt, weil es knappe 1.000 Seiten hat. Meine Befürchtungen sind immer, dass so ein dickes Buch von einem Autoren, den ich noch nicht kenne doch irgendwo mal todeslangweilig werden muss und ich dann damit hänge und nicht weiter komme und Zeit vergeude. Deswegen weiss ich auch gar nicht, warum ich so plötzlich auf den Trichter kam jetzt ausgerechnet Terror zu lesen, aber gut, dass ich es gemacht habe, denn bisher (Seite 400) ist Terror der absolute Wahnsinn. Total spannend, super gut geschrieben, mit einem guten Erzählungsaufbau und ich liebe die Art und Weise wie Dan Simmons schreibt und ich mag es, dass er viele maritime Begriffe verwendet. Bisher bin ich einfach total begeistert *046*

von Sally am Mittwoch, 4 August, 2010 um 22:24 Uhr

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» “Schatz, ich schenk dir Erbsen”  

Geschrieben von Sally am Dienstag, 3 August, 2010 | 277 views. | 9 Kommentare

Warum sollte man mir, ausgerechnet mir, Erbsen schenken? Leute die mich kennen wissen, dass ich die totale Graupe bin im Umgang mit Nahrungsmitteln, die man erst noch in was Essbares verwandeln muss (Das hab ich wohl teilweise von meiner Mutter. Die hat letztens einen Kuchen gemacht, der aussah wie ein astreines Schnitzel und hart war wie Granit. Hätt also auch von mir sein können *055* ). Aber mein Freund hat mir ganz spezielle Erbsen geschenkt.

Wer schon Toy Story 3 gesehen hat, hat besagt Erbsen sicher auch bemerkt. Ich jedenfalls fing an zu quietschen als ich die Peas-in-a-Pod gesehen habe und ich wollte, nein, ich musste sie haben und weil ich ja einen gut trainierten total lieben Mann habe, der sich noch im Kino mittels iPhone auf die Suche gemacht hat ( *007* ):

Sie sind sooo toll und süß und alles *007* Das sind die drei Erbsen aus dem Film, Peatrice, Peanelope und Peatey. Man kann sie natürlich auch aus der Schote rausnehmen und sie sind prädestiniert zum Jonglieren *022* (Kann ich gar nicht) Auf jeden Fall sind sie aber total flauschig und knuffig und ich liebe sie *046* (Deswegen sind sie mir auch einen kompletten Artikel wert *019* )

von Sally am Dienstag, 3 August, 2010 um 16:55 Uhr

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» [Lesestatistik] Juli 2010  

Geschrieben von Sally am Sonntag, 1 August, 2010 | 116 views. | Keine Kommentare
Im Juli gelesen
  1. Blutnacht von Kim Harrison
  2. Das Glück war jeden Tag an Bord von Diane Stuemer
  3. Liverpool Street von Anne C. Voorhoeve

Gelesene Seiten: 1676
Gelesene Bücher: 3
Abgebrochene Bücher: 0

Im Juli gekauft
  1. Garou von Leonie Swann
  2. Katzengeschichten zum Liebhaben von Julia Birkhäuser
  3. Sommerkätzchen von verschiedenen Autoren
  4. Jane Eyre von Charlotte Bronte
  5. Geheimauftrag Mauritius von Patrick O’Brian
  6. Kanonen auf hoher See von Patrick O’Brian
  7. Blutkind von Kim Harrison

Gesamtkosten: 73,85 €
Gekaufte Bücher: 7
Bereits gelesen: 0
Neu zum SUB: 7

Diesen Monat hab ich wieder etwas mehr gekauft und noch nichts davon gelesen, aber das is ok, das geht mehr als klar *040* Und zum Lesen bin ich gar nicht gekommen. Berit war eine Woche da, dann meine Operation, nach der ich ein paar Tage zu schlapp war ein Buch zu halten und dann war ich auch noch am Monatsanfang lieber schwimmen als lesen *033*

von Sally am Sonntag, 1 August, 2010 um 13:58 Uhr

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» Anne C. Voorhoeve – Liverpool Street  

Geschrieben von Sally am Freitag, 30 Juli, 2010 | 171 views. | 4 Kommentare


Originaltitel: Liverpool Street
Genre: Jugendbuch
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2007
Seiten: 576
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3473582969
Preis: 8,95€
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Inhalt: Winter 1939. Ziska ist zehn Jahre alt, als sie mit dem Kindertransport ihre Heimatstadt Berlin verlässt. In London findet sie ein neues Zuhaue bei einer jüdisch-orthodoxen Familie. Auf Ziska warten eine fremde Familie, eine fremde Sprache, Heimweh, Ungewissheit und bald ein mörderischer Krieg – aber auch das Abenteuer ihres Lebens.

Rezension: Liverpool Street hat mich lange gefesselt. Dieses Buch musste ich einfach langsam lesen, in kleinen Happen, damit es mir nicht so schnell weggelesen wird, denn es ist einfach eine unglaublich überwältigende Geschichte. Fesselnd bis zur letzten Seite, emotional und vor Allem so gut geschrieben, dass man sich einfach irgendwie Zeit dafür nehmen muss, weil man sonst betrübt ist, dass es schon vorbei ist.

Franziska “Ziska” Mangold ist 10 Jahre alt, als ihre Mutter sie in den Kindertransport nach England schickt, damit wenigstens sie aus Deutschland heraus kommt, einem Land, in dem es den Juden 1939 langsam zu gefährlich wird. Das Ziska und ihre Familie schon seit Geneartionen evangelisch sind interessiert niemanden. Ihr Vater ist schon verschleppt worden, ihr Zuhause wurde ihnen genommen, nun soll wenigstens Ziska in Sicherheit gebracht werden. Gegen ihren Willen muss sich Ziska von ihrer Familie und ihren Freunden verabschiede, kommt Ziska in eine londoner Familie und erlebt dort die Kriegsjahre, lernt andere Menschen kennen, ein anderes Land und eine andere Sprache und muss mit der Unwissenheit leben, was ihrer Familie und ihren Freunden daheim in Deutschland wiederfährt.

Liverpool Street ist in erster Linie für ein Kinder- und Jugendbuch einfach extrem gut geschrieben und macht es einem eigentlich viel zu einfach es auf der Stelle in einem Rutsch durchzulesen. Hin und wieder habe ich mich gefühlt wie in einem Film. Ich habe das Buch nicht gelesen, ich habe es einfach irgendwie vor mir gesehen und das letztendlich nur, weil Anne Voorhoeve so verdammt gut schreiben kann. Die Geschichte hätte sterbenslangweilig sein können, mit diesem Erzählstil wäre auch eine langweilige Geschichte lesenswert gewesen.

Aber die Geschichte ist nunmal nicht langweilig. Zu keinster Zeit. Sie ist nicht mal auch nur ein kleines bisschen zu langatmig. Ich kann mich an keinen Absatz erinnern, in dem ich auch nur mal einen Satz ausgelassen habe. Liverpool Street kommt mit einer wunderbaren, authentischen Geschichte daher, die mich wirklich gefesselt hat. Neben den historischen Fakten, die größtenteils stimmen, und den Erzählungen über die Erlebnisse von Ziska bringt Voorhoeve den Lesern (Die in diesem Fall wohl am häufigsten Jugendliche sind) auch einiges aus der jüdischen Kultur und Religion nahe. Im Buch befindet sich im hinteren Teil sogar ein kleines Lexikon/Wörterbuch jüdischer Begriffe und Gebräuche. Das Buch ist also nicht nur besonders lesenswert, es bringt einem auch etwas bei *033*

In Liverpool Street bin ich wohl durch jede nur erdenkliche Emotion gegangen, von tief betrübt bis himmelhoch erfreut. Die sympathischen und gut ausgedachten Charaktere tun wohl ihren Teil dazu. Vorallem Ziska war mir sofort irgendwie ans Herz gewachsen und gerade bei einer solchen Schicksalserzählung ist das sehr wichtig.

Von mir gibt es 5 Sterne, die aber eigentlich auch schon wieder zu wenig sind um dieses Buch ausreichend zu bewerten. Liverpool Street ist einfach schlichtweg hervorragend und… ach, ich kann schreiben was ich will, aber niemals könnte ich irgendwie beschreiben wie gut dieses Buch letztendlich wirklich ist. Einfach lesen! Mir würde niemand einfallen, der das bereuen könnte.

von Sally am Freitag, 30 Juli, 2010 um 20:59 Uhr

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